Willkommen beim NABU Greifswald

Für Mensch und Natur

Der NABU Greifswald ist ein Naturschutzverein, der sich vielfältig mit der Natur, dem Menschen und dessen Umwelt auseinandersetzt. Zu dem aktiven Vorstand, der sich aus ehrenamtlichen Mitgliedern zusammensetzt, gibt es zahlreiche Fachgruppen, die sich auf naturschutzrelevante Themen spezialisiert haben.


Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen und mit Ihnen gemeinsam an einer lebenswerten Zukunft arbeiten.

Aktuelles

Veranstaltungen des NABU Greifswald finden aktuell nur eingeschränkt statt.


NABU Waldexkursionstag in das Oldenburger Holz und den Anklamer Stadtbruch am 24.04.2022

Am Waldexkursionstag des NABU Greifswald führen von Waldexpert:innen begleitete Exkursionen zuerst in das Oldenburger Holz und anschließend in den Anklamer Stadtbruch. Mehr Infos.

 


Zauberhaftes Oldenburger Holz: Ehrenamtliche Betreuung eines Wald Naturschutzgebietes

Herausgegeben von Sabrina Rilke. 
Auf 100 Seiten umfasst die Waldfibel 20 Jahre ehrenamtliche Betreuung eines 240 ha großen Gebietes in der Nähe von Greifswald.

ABSTRACT
Seit 2002 fanden Vorbereitungen statt und seit 2005 koordiniert der Greifswalder NABU Projekte im eigenen Wald. Sie befassten sich mit der Betreuung und der Öffentlichkeitsarbeit rund um das Naturschutzgebiet Karlsburg und Oldenburger Holz. Seit der Gebietsübertragung an den NABU wurden die vereinseigenen Flächen durch gezielte Zukäufe erweitert. Dies erlaubt ein unabhängiges, dauerhaftes Waldmanagement mit hohen ökologischen Standards zu verfolgen.
Der Wald zeichnet sich durch Feuchtflächen und seinen Strukturreichtum aus. Auf 240 km² Fläche kommen arme und reiche Buchenwälder, Edellaubholzreiche Waldbereiche, Erlenbrüche, sich verändernde Eschenwälder und Forste sowie viele Übergangstypen vor. Die Swinow und eingestreute Wiesen erhöhen die Vielfalt.
Das Oldenburger Holz ist Lebensraum und Nistplatz des schutzbedürftigen Schreiadlers, der alte Wälder bevorzugt aber auch offene Flächen braucht. Unser Waldgebiet weist inzwischen eine große Menge an Totholz auf. Das bietet vielen Lebewesen Lebensräume, der in bewirtschafteten Wäldern oftmals fehlt. Auch durch das Eschensterben in größeren Bereichen kommt es zu einzigartigen Wuchsformen und Pflanzengemeinschaften und ein Spaziergang garantiert „Walderlebnisse“.

 

Projekte der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung
Die NUE hat im Verlauf der letzten 15 Jahre 4 Projekte mit folgenden Inhalten gefördert:

 

Ersterfassung mit Sabrina Rilke, 2005
Flora, Vegetation, Waldstrukturen und Biotopbäume wurden im KOH untersucht. Das Ergebnis war ein „Entwicklungsplan“ und öffentliches Interesse.

 

Umsetzung mit Sabrina Rilke, 2007
Gatterbau, Wieder-Vernässung, Wiesenpflege, Waldumbau und viel Öffentlichkeitsarbeit.

 

Schutzgebietsbetreuersuche mit Anja Rheul, 2008‑2011
Die Suche nach dauerhaften Unterstützern hat in Axel Buhl einen dauerhaften Beistand für das Gebiet gebracht.

 

Monitoring & Darstellung mit Sabine Lichtnau, 2018 und Sabrina Rilke, 2019
Biotopkartierung und Monitoring der Vegetation und der Strukturen auf ausgewählten Flächen. Es wurden auch Biotopbäume, Moose und Wege kartiert. Anschließend wurden die Daten geordnet und in diesem Buch gedruckt.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit und Waldpflege fanden Exkursionen mit Anwohnern und Freiwilligen statt, um z.B. den Weg zur Königseiche, der ältesten Eiche des Waldes, frei zu schneiden. Pflegeaktionen sind eine Gelegenheit die Anwohner und Interessierte einzubinden. Die Akzeptanz des Naturschutzgebietes steigt je aktiver das Gebiet betreut wird. Es gibt positive Rückmeldung: Anwohner freuen sich, dass ihr Wald artenreicher, laubbaumreicher und wilder wird. Allerdings gibt es auch Stimmen, die sich über den Nachteil der Wildheit wie zugewachsene Wege, oder über die Geschwindigkeit des Waldumbaus beschweren.

 

Herbar
In den letzten 3 Jahren wurde ein Herbar angelegt: Belege sammeln, bestimmen, etikettieren und aufkleben gehörte zu den Aufgaben. Die drei A4 Ordner, die noch nicht alle Arten 242 umfassen können nun von interessierten Bürgern und neuen Helfern ausgeliehen werden.


NABU Greifswald kritisiert die Bewirtschaftung des NSG Eldena und fordert verantwortungsbewusstes Handeln der Universität Greifswald

Der NABU kritisiert die generelle forstwirtschaftliche Nutzung des Naturschutzgebietes (NSG) Eldena und fordert eine Priorisierung von CO²-Neutralität, Nachhaltigkeit und Biodiversitätsförderung. Wir erwarten eine stärkere Vorbildfunktion der Hochschule, einen dauerhaften Nutzungsverzicht sowie den Erlass einer zeitgemäßen Schutzgebiets-verordnung für das Naturschutzgebiet durch die zuständige Behörde.

 

Erneut erreichen den NABU etliche Anfragen und Beschwerden aus der Öffentlichkeit zu den aktuellen Fällungen 200-jähriger Eichen. Während der NABU die praktizierte Einzelbaum­bewirtschaftung außerhalb des Naturschutzgebietes grundsätzlich begrüßt, bleiben große und möglicherweise unbedachte Schäden nicht ausgespart. Trotz des frühzeitigen Einschlags vor der Winternässe fallen tiefe Fahrrinnen der Forwarder ins Auge. Gerade wegen des frühzeitigen Einschlags werden aber z.B. Fledermäuse stark gestört, die aktuell auf der Suche nach Winterquartieren sind. Einer der gefällten Bäume weist mehrere Spechthöhlen auf und ist damit ein besonders wichtiger Habitatbaum. Außerdem könnten diese Eichen noch Jahrhunderte weiterwachsen, Kohlenstoff anreichern und speichern sowie Lebensraum für eine Vielzahl von Organismen bieten.

 

 

 

 „Es liegt auf der Hand: Die Schäden konterkarieren den Naturschutz und der reine forstwirtschaftliche Nutzen ist objektiv ein schwaches Argument. Es gibt seitens der Bevölkerung sowie der Wissenschaft immer wieder Unmut über die Eingriffe und klare Positionen für einen Verzicht auf die forstliche Nutzung im Naturschutzgebiet“, sagt Jonas Kotlarz, Vorsitzender des NABU Greifswald. „Als Sprachrohr der Zivilgesellschaft und Anwalt der Natur fordern wir die Universität Greifswald auf, ihre Verantwortung von lokaler bis internationaler Tragweite anzuerkennen und in ihrem Handeln umzusetzen. Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt dafür gekommen. Es gibt heutzutage reichlich andere wirtschaftliche Finanzierungsmöglichkeiten, als forstliche Eingriffe im Wald. Zwar lässt die gültige Behandlungsrichtlinie für das NSG eine forstliche Nutzung zu, wir halten diese jedoch nicht für zeitgemäß. Zudem sind in Eldena auch die Ziele des dort ausgewiesenen europäischen Vogelschutzgebiets zu berücksichtigen zu denen der Schutz des seltenen Mittelspechts samt seinem Lebensraum mit alten Eichen zählt.“

 

Das Mantra vom alten, vitalen und vor allem stabilen Wald – fernab vom reinen Holzproduzenten – gilt mehr denn je. Die Universität Greifswald ist mit ihrem umfangreichen Waldbesitz in der Lage, eine Vorreiterrolle in puncto Natur- und Klimaschutz einzunehmen. Körperschaftswald, zu dem auch der Universitätsforst zählt, unterscheidet sich deutlich von Privatwald und ist wie Staatswald zu bewirtschaften, in dem Natur- und Landschaftsschutz besonders zu berücksichtigen sind. Auch der neue Koalitionsvertrag sieht vor, zehn Prozent des Waldes in Mecklenburg-Vorpommern aus der Nutzung zu nehmen; das entspräche im Hinblick auf den Waldbesitz der Universität in etwa der Fläche des NSG Eldena.


NABU Tätigkeitsbericht 2020

Hier stellen wir Ihnen den Tätigkeitsbericht des NABU Greifswald für das Jahr 2020 zum Download zur Verfügung:

 

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NABU Greifswald Tätigkeitsbericht 2020
NABU_HGW_Taetigkeitsbericht_2020.pdf
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Pilzwanderung in das Karlsburger Oldenburger Holz

Thema: "Holzzersetzende Pilze"


Die NABU Fachgruppen „Wald" und „Biodiversitäts- und Biotopschutz

an kleinen Fließgewässern/ Bibermanagement" laden zu einer

Pilzwanderung in das Karlsburger Oldenburger Holz ein.

 

Aus welchen Bestandteilen Besteht Holz und was ist das Besondere an

Holzzersetzern? Welche wichtige ökologische Rolle kommt ihnen zu? Wie

können wir Bäume und Bauholz vor Pilzbefall schützen? Welche

Baumpilze können wir für uns nutzen? Anhand welcher Merkmale lassen

sich diese Pilze sicher erkennen?

 

Während der Pilzwanderung erfahren wir unter der fachkundigen Anleitung

des geprüften Pilzsachverständigen (= Pilzberater) Lutz Jürgens die

Welt der holzzersetzenden Pilze mit allen Sinnen. Anschließend

improvisieren wir vor Ort mit Hilfe der aus dem Wald mitgebrachter Funde

gemeinsam eine kleine Überblicks-Ausstellung zu den wichtigsten

Pilzgruppen.

 

Termin: 20.11.2021, 11-14 Uhr

Treffpunkt: Oldenburg (Ortsausgang am Waldrand)

Mitzubringen sind: witterungsgemäße Kleidung, Korb, Messer,

Notizblock, evtl. Kamera


Einladung zur Mitgliederversammlung am 16. November 2021

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Einladung zur Mitgliederversammlung am 16. November 2021
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23.10.2021: Pilzwanderung in das Karlsburger Oldenburger Holz

Thema: "Formenvielfalt und Essbarkeit von Pilzen" mit anschließender Durchsicht der Körbe zwecks Mitnahme von Esspilzen

Die NABU Fachgruppen „Wald“ und „Biodiversitäts- und Biotopschutz an kleinen Fließgewässern/ Bibermanagement" laden zu einer Pilzwanderung in das Karlsburger Oldenburger Holz ein.

 

Während der Pilzwanderung erfahren wir unter der fachkundigen Anleitung des geprüften Pilzsachverständigen (= Pilzberater) Lutz Jürgens die Welt der Pilze mit allen Sinnen. Hauptthemen sind dabei die sichere Bestimmung, Essbarkeit,  Verwendung und Ökologie unserer heimischen Pilze: Wo und wann sind welche Arten zu erwarten? An welchen Merkmalen erkennen wir gute Speisepilze und deren giftige Doppelgänger? Wie können auch fortgeschrittene Sammler über charakteristische Gruppenmerkmale ihre Artenkenntnis schärfen und erweitern?  Nach ausgiebiger Suche sortieren wir gemeinsam beispielhafte Funde in die wichtigsten Gruppen und besprechen dabei Erkennungsmerkmale und Verwechselungsmöglichkeiten. Jeder entschlossene Feinschmecker kann sich zum Abschluss aus seinen Funden eine vielfältige Pilzmalzeit zusammenstellen lassen.


Termin: 23.10.2021 (Sa) 11-14 Uhr
Treffpunkt: Oldenburg (Ortsausgang am Waldrand)
Mitzubringen sind: witterungsgemäße Kleidung, Korb, Messer, Notizblock, evtl. Kamera


NABU Greifswald begrüßt Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushalts im Polder Eisenhammer

Der NABU Greifswald freut sich darüber, dass mit der Restaurierung des Polder Eisenhammer nun die längst überfällige Kompensationsmaßnahme für den Neubau des Ryck-Sperrwerks umgesetzt wird.

 

Durch die Wiederherstellung eines natürlichen Wasserhaushalts im Polder Eisenhammer werden wertvolle Feuchtlebensräume geschaffen, die einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Biodiversität in und um Greifswald leisten. Eine Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten wird von der Umsetzung des Vorhabens und der anschließenden Bewirtschaftung durch einen Biobetrieb profitieren. Wir sind davon überzeugt, dass die Vorhabenträgerin alle fachlich gebotenen Maßnahmen zum Schutz einzelner Arten, welche ihren Lebensraum verlieren, ergreift und gewissenhaft umsetzt.

 

Darüber hinaus führt die Anhebung des Wasserstands zur Reduktion von Treibhausgasemissionen aus dem Torfkörper des degradierten Moores. Damit leistet die Restaurierung des Polder Eisenhammer auch einen direkten Beitrag zum Klimaschutz.

 

Grundsätzlich sieht der NABU in der Wiederherstellung von Landschaften, die durch intensive menschliche Nutzung stark degradiert wurden, eine Schlüsselfunktion im gemeinsamen Kampf gegen die gegenwärtige Klima- und Biodiversitätskrise.


Mitgliederwerbung - NABU sucht Unterstützung und wirbt Fördermitglieder

Wer klingelt denn da?

In den nächsten Wochen werden Mitarbeiter:innen für den Naturschutzbund an den Haustüren in Greifswald und den umliegenden Gemeinden über die regionale Arbeit des NABU informieren.

Die NABU Regionalgruppe Greifswald hat es sich zur Aufgabe gemacht, gefährdete Planzen- und Tierarten sowie wichtige Biotope und für den Naturschutz relevante Flächen langfristig aktiv zu schützen.

Eine weitere wichtige Aufgabe sieht die Regionalgruppe in der naturschutzpolitischen Arbeit auf lokaler und regionaler Ebene, auch zusammen mit anderen Natur- und Umweltschutzorganisationen. 

Mehrere themen- und organismengruppenspezifische Fachgruppen bieten Veranstaltungen wie Vorträge und Exkursionen an.

Auch für die „kleinen“ Naturschützer gibt es ein Angebot um die Natur kennenzulernen. Die Kindergruppe „Löwenzähne“ trifft sich in zweiwöchigem Rhythmus.

Ziel der Aktion ist es Menschen als Fördermitglied für die regionalen Projekte zu gewinnen. Neben dem freiwählbaren Förderbeitrag ist es dem NABU wichtig über diesem Weg die Lobby für den Naturschutz zu stärken, damit wir auch in Zukunft die Vielfalt und Schönheit der Natur vor unserer Haustür genießen können.

Selbstverständlich werden auch immer aktive Unterstützer:innen für den praktischen Naturschutz gesucht.

Die Mitarbeiter sammeln keine Bargeldspenden, sind je nach Witterungsbedingungen gut erkennbar an den NABU-Jacken bzw. Sweat Shirts und sind mit einem Mitarbeiterausweis ausgestattet.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des NABU Landesverbands M-V.

Für Fragen stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.


Die Vergabekriterien für landwirtschaftliche Flächen der Stadt Greifswald dürfen nicht gekippt werden!

2019 hat sich die Stadt Greifswald über einen Beschluss der Bürgerschaft Vergabekriterien für ihre landwirtschaftlichen Flächen gegeben. Nun droht die erstmalig damit geschaffene Chancengleichheit auf Flächenpacht abgeschafft zu werden.

Die Greifswalder Agrarinitiative (GAI) hat der Bürgerschaft nun ein Pestizidreduktionskonzept vorgelegt mit dem Ziel, dass es bei Erfüllung bestimmmter Kriterien zum integrierten Pflanzenschutz zu einer automatischen Pachtverlängerung für die jetzigen Pächter kommt. Damit würde verhindert, dass Existenzgründerinnen oder andere Landwirte je die Chance haben werden, sich auf Flächen von der Stadt zu bewerben, außer in dem äußerst seltenen Fall der Neuvergabe, wenn ein Pächter aufhört.

Damit werden nicht nur alle ökologisch wirtschaftenden Betriebe benachteiligt, sondern auch konventionell wirtschaftenden Höfe, auch solche, die jetzt schon die Vorgaben zum integrierten Pflanzeschutz einhalten.

Wir fragen uns, wie die Stadt diese Chancenungleichheit begründen will und wie Greifswald in Zukunft den immer schärfer werdenden Anforderungen an eine umweltschonendere Landwirtschaft gerecht werden will (z.B. Farm to fork-Strategie der EU Kommission, European green deal der EU Kommission, EU-Biodiv. Strategie, BMEL: Zukunftsstrategie Ökolandbau...) ?

Hier geht es zur Stellungnahme des Bündnisses "Unser Land schafft Wandel".

 

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Stellungnahme "Unser Land schafft Wandel" Reduktionskonzept GAI
Stellungnahme_ULSW_Reduktionskonzept_Bio
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Offener Brief an den stellvertretenden Landrat des Landkreis Vorpommern-Greifswald zu Straftaten im Zusammenhang mit dem Biber

Der NABU Greifswald wendet sich mit dem folgenden offenen Brief an den stellvertretenden Landrat des Landkreis Vorpommern-Greifswald und Leiter des Dezernats Kreisentwicklung, Bauen und Umwelt, Herrn Hasselmann: 

 

Sehr geehrter Herr Hasselmann, 

 

auf Grund der kürzlich geschehenen illegalen Tötung eines Bibers sowie mehrfachen Zerstörung von Biberdämmen innerhalb des Gebietes von Gemeinschaftlicher Bedeutung „Ostvorpommersche Waldlandschaft mit Brebowbach“ an der Swinow fordert der NABU Greifswald Sie dazu auf, deeskalierend zur Lösung des Konfliktes beizutragen.

Wir bitten Sie darum, die Straftaten in ihrer Funktion als stellvertretender Landrat und Leiter des Dezernats für Kreisentwicklung, Bauen und Umwelt öffentlich zu verurteilen. Wir fordern von Ihnen als Vertreter des Landkreises Vorpommern-Greifswald eine faktenbasierte und differenzierte Positionierung, in der sowohl die Belange der Landnutzer als auch die des Natur- und Artenschutzes angemessen Berücksichtigung finden.

Mit Besorgnis nehmen wir wahr, dass in den vergangenen Monaten durch die Medien ein deutlich verzerrtes Bild des Bibers gezeichnet wurde. Hierbei spielten verschiedene ernst zu nehmende Konflikte im Kreisgebiet eine Rolle. Es handelte sich leider in nahezu allen Beiträgen um eine sehr einseitige Berichterstattung mit Schlagzeilen wie „Biber-Population außer Kontrolle“. Es wurde in mehreren Beiträgen auch durch Ihre Person versäumt, ein ganzheitliches Bild zu vermitteln. Die positiven Auswirkungen der Anwesenheit des Bibers als Schlüsselart auf die Entwicklung der biologischen Vielfalt und den angesichts der zurückliegenden Dürrejahre dringend notwendigen Wasserrückhalt in der Landschaft blieben unerwähnt.

Angesichts der Eskalation an der Swinow wird mehr als deutlich, dass eine einseitige Betrachtung der Konflikte zu keiner nachhaltigen und gesellschaftlich akzeptablen Lösung führt. Wir sind gerne bereit, uns an einer konstruktiven Lösung des Konfliktes zu beteiligen.

Wir danken den Mitarbeiter*innen der unteren Naturschutzbehörde für die Unterstützung des ehrenamtlichen Naturschutzes und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

 

i.A. Jonas Kotlarz       

Vorstand NABU Kreisverband Greifswald e.V.


Illegale Tötung eines Bibers an der Swinow

Bei einer Schutzgebietskontrolle im FFH-Gebiet „Ostvorpommersche Waldlandschaft mit Brebowbach“ fand der ehrenamtliche Naturschutzwart Dr. A. Buhl am 13.01.2021 einen illegal getöteten Biber in der Swinow vor. Das Tier wurde mit einer Drahtbügelfalle gefangen. Einer Experteneinschätzung zu Folge, wurde es durch die Falle nicht sofort getötet, sondern verendete qualvoll innerhalb mehrerer Stunden. Der NABU verurteilt diese abscheuliche Straftat. Wir sind fassungslos angesichts der Skrupellosigkeit, mit der hier einer europarechtlich streng geschützten Art nachgestellt wird. Mit dieser Tat wird eine neue Eskalationsstufe innerhalb eines über Jahre andauernden Konfliktes zwischen Landnutzern und dem Naturschutz erreicht.

Foto: NABU/ A. Buhl
Foto: NABU/ A. Buhl

Immer wieder wurden in den vergangenen Jahren Biberdämme im Bereich der Swinow illegal zerstört. Anzeigen bei den Behörden und der Kriminalpolizei führten bisher zu keinem Ergebnis. Auch das hinzugezogene „Bibermanagement Mecklenburg-Vorpommern“ konnte nicht zur Konfliktlösung beitragen und somit die Tötung des Bibers verhindern. Trotz dieser Eskalation suchen die ehrenamtlichen Naturschutzwarte Dr. A. Buhl und W. Otto weiterhin das Gespräch mit den Konfliktparteien.

 

Der Biber ist ein Landschaftsgestalter für die Artenvielfalt. Wie kein anderes Tier formt er seinen eigenen Lebensraum: Er fällt Bäume, baut Burgen und Dämme und staut Bäche auf. Die Strukturvielfalt seines Lebensraums fördert zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten. In den zurückliegenden Trockenjahren waren die durch ihn geschaffenen Wasserreserven in der Landschaft von großer Bedeutung.

 

Noch im 19. Jahrhundert beinahe ausgerottet, hat der Biber dank strengem Schutz sein Verbreitungsgebiet zurückerobert. Als europarechtlich geschützte Art ist er im Anhang II und Anhang IV der FFH-Richtlinie der Europäischen Union geführt. Seine Tötung und die Zerstörung seiner Burgen und Dämme stellen ohne artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung eine Straftat dar, die mit bis zu 5 Jahren Freiheitsstraße geahndet werden können. Auch zu seinem Schutz wurden eigene FFH-Gebiete ausgewiesen.

Biberdamm an der Swinow am 18.12.2020 (Foto: NABU/ A. Buhl)
Biberdamm an der Swinow am 18.12.2020 (Foto: NABU/ A. Buhl)

Das FFH-Gebiet „Ostvorpommersche Waldlandschaft mit Brebowbach“ (DE 2048-302) umfasst Wälder, Feuchtwiesen und Bäche. Sein Schutzziel ist die Verbesserung der Waldlebensräume sowie die Förderung dort vorkommender streng geschützter Tierarten. Hierzu zählt neben Schreiadler und Fischotter auch der Biber. Die Verbesserung der Lebensbedingungen dieser Arten ist maßgebend für den Erfolg des Schutzgebietes. Dies gilt auch für die durch den Biber geschaffenen Lebensräume.

 

Bei der Swinow im Umfeld des Tatortes handelt es sich gemäß den Schutzzielen des FFH-Gebietes um einen ausgewiesenen Lebensraum des Bibers. Seit 2015 wurden durch die ehrenamtlichen Naturschutzwarte Dr. A. Buhl und W. Otto über 50 illegale Zerstörungen von Biberdämmen im gesamten FFH-Gebiet dokumentiert. Seit November 2019 ermöglicht die „Biberverordnung Mecklenburg-Vorpommern“ die Ergreifung von Maßnahmen gegen den Biber in besonderen Konfliktfällen. Davon ausgenommen sind insbesondere Naturschutz- und FFH-Gebiete.


Lage städtischer Agrarflächen - NABU Kreisverband veröffentlicht Informationen zu Greifswalds Liegenschaften

Der NABU hat im Sommer 2020 die Herausgabe von Informationen zur geographischen Lage der landwirtschaftlichen Nutzflächen im Eigentum der Stadt Greifswald erwirkt. In einer interaktiven Karte machen wir dieses Wissen nun allen Bürgerinnen und Bürgern zugänglich. Wir fordern mehr Transparenz im Umgang mit dem öffentlichen Grundeigentum.

 

Die Karte zeigt die Lage von Äckern sowie Wiesen und Weiden, die zusammen als Grünland bezeichnet werden. Hierfür wurden über 1.500 von der Stadt zur Verfügung gestellte Datensätze genutzt. Mit Hilfe der Karte wird aus abstrakten Daten ein anschauliches Bild. Zusammen mit der Peter-Warschow-Stiftung verpachtet die Stadt Greifswald ca. 4.700 ha Agrarfläche.

 

Nun ist für alle Menschen nachvollziehbar, wo die landwirtschaftlich genutzten Flächen der Stadt liegen. Dies soll zum einen den Blick auf die Flächen beim nächsten Spaziergang durch Feld und Flur schärfen. Zum anderen soll dadurch auch das Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger sowie der Bürgerschaftsmitglieder im Umgang mit Land, Boden und Biodiversität gefördert werden. Die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen hat im Umgang mit dem Artenschwund eine Schlüsselfunktion. Öffentlichen Flächen kommt dabei insofern eine besondere Bedeutung zu, als dass die Bevölkerung im Rahmen demokratischer Prozesse mitbestimmen kann, auf welche Art und Weise sie genutzt werden.

 

Die Karte findet sich auch unter:     www.nabu-greifswald.de/lw-uhgw

Die Bevölkerung hat einen Anspruch auf Informationen zu den öffentlichen Lanwirtschaftsflächen, der im Umweltinformationsgesetz (UIG) festgeschrieben ist. Der Begriff „Umweltinformationen“ ist weit gefasst und wird in § 2 des UIG näher erläutert. Bei den durch den NABU im letzten Jahr beim Immobilienamt der Stadt Greifswald beantragten Daten handelt es sich um Umweltinformationen, die Daten zu Maßnahmen oder Tätigkeiten beinhalten, die sich auf Umweltbestandteile wie z.B. Luft, Wasser, Boden, Landschaft und natürliche Lebensräume sowie die Artenvielfalt und ihre Bestandteile auswirken oder wahrscheinlich auswirken (vgl § 2 Abs. 3 Nr. 1-3 UIG). Jede Person hat einen im Gesetz festgelegten Anspruch auf freien Zugang zu Umweltinformationen, die der öffentlichen Verwaltung vorliegen (§ 3 UIG).